Tipps: DSL schnell wie nie zuvor 29. 6. 2010, 09:42
Nicht jeder DSL-Anschluss ist so schnell, wie er sein könnte. Mit diesen Tipps machen Sie Ihrem DSL-Zugang so richtig Beine.
Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen der PC-WELT.
Das muss doch viel schneller gehen!
Etliche Anwender sind von ihrem DSL-Anschluss entnervt, weil die Datenübertragung zu langsam vonstatten geht. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, um aus einem teuer bezahlten DSL-Anschluss alles herauszuholen – oder auf eine schnellere Anschlusstechnik zu wechseln. Welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um zu einem flotten Datenfluss zu kommen, haben wir hier zusammengestellt. So sind veraltete Hardware, langsame Browser und ein nicht optimiertes WLAN nur einige Beispiele für die Bereiche, bei denen Sie selbst die Surfgeschwindigkeit erhöhen können. Sie erfahren in diesem Beitrag auch, in welchen Fällen es sich lohnt, den Provider zu wechseln oder auf eine andere Übertragungstechnologie umzusteigen.
Tuning am Anschluss:
Überprüfen Sie als Erstes, ob Ihr Anschluss wirklich alles hergibt, was er könnte. Dazu gilt es, nicht nur die vom Modem ausgehandelte maximale Geschwindigkeit im Router-Konfigurationsmenü zu überprüfen (Tipp 1), sondern auch das tatsächliche Tempo mittels eines Geschwindigkeitstests zu ermitteln (Tipp 2). Wenn sich der Anschluss als Flaschenhals herausstellt, kann unter bestimmten Umständen ein Provider-Wechsel Abhilfe schaffen (Tipp 3). Einen garantierten Leistungsschub bis in Bereiche von 32 oder gar 50 MBit/s erhalten Sie aber nur, wenn Sie auf eine andere Breitbandtechnologie umsteigen (Tipp 4 und 5).
Tuning an PC und Netzwerk:
An Ihrem eigenen System können Sie in puncto Surfgeschwindigkeit mehr optimieren, als Sie vielleicht denken. Die Maßnahmen beginnen bei der Wahl des schnellsten Browsers (Tipp 7) und gehen über den Einsatz von Datenkompression (Tipp
und Werbefilter (Tipp 9) bis hin zur Überprüfung Ihres WLANs, das sich durchaus auch als Bremse erweisen kann. Etwa dann, wenn der WLAN-Router nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, oder wenn weite Entfernungen beziehungsweise dicke Wände den Datendurchsatz mindern.
1. Leitungsgeschwindigkeit am Router prüfen
Bevor Sie versuchen, den DSL-Anschluss zu tunen, sollten Sie den Ist-Zustand überprüfen – also welche Geschwindigkeit Ihr DSL-Modem oder Router mit der Gegenstelle ausgehandelt hat. Dieses Tempo ist abhängig von der Entfernung zur Vermittlungsstelle sowie von der Dicke der Leitung, die dorthin führt. Die ausgehandelte Geschwindigkeit zeigt beispielsweise die Fritzbox in ihrem Konfigurationsmenü unter „Einstellungen, Internet, DSL-Informationen“ an. Beim Speedport W 701V der Telekom und ähnlichen WLAN-Routern finden Sie die entsprechende Angabe unter „Details, DSL“.
Es lohnt sich, diesen Wert im Auge zu behalten. Gerade bei DSL-Anschlüssen, die mit einer Bandbreite von „bis zu 16.000 KBit/s“ angeboten werden, kann die ausgehandelte Geschwindigkeit zu Stoßzeiten durchaus nach unten gehen. Das passiert, wenn zu viele Nachbarn ebenfalls DSL nutzen und die verwendeten Leitungen im zentralen Kabelbündel zu dicht beieinander liegen. Da die Leitungen für DSL-Frequenzen nicht gut genug abgeschirmt sind, übertragen sich Impulse von einer Leitung auf die andere: Es kommt zu Störungen, und die Kapazität der Leitung sinkt – somit auch die Übertragungsrate.
Registrieren Sie erhebliche Schwankungen, hilft es im Grunde nur, den DSL-Anbieter in Kenntnis zu setzen. Wenn Sie Glück haben, prüft dieser, ob es im zentralen Kabelbündel ungenutzte Adern gibt, die weniger Störungen abbekommen. Wenn ja, könnte der Provider die Telekom, den Eigentümer der Leitungsstränge, beauftragen, Ihren Anschluss auf diese Adern umzuschalten. In der Praxis scheuen aber die meisten Anbieter den damit verbundenen Verwaltungs- und Kostenaufwand.
Weitere Parameter, die für einen schnellen DSL-Anschluss wichtig sind
2. Geschwindigkeit der Internet-Verbindung prüfen
Sie wissen jetzt, auf welches Maximaltempo sich Router/Modem und die Vermittlungsstelle geeinigt haben. Mit Geschwindigkeitstests wie dem unter speed.io testen Sie mit einem Klick das reale Tempo beim Surfen oder beim Download. Bei diesen Tests werden Zufallsdaten von einem schnellen Server an Ihren PC geschickt und so das Download-Tempo ermittelt. Dann geht es umgekehrt von Ihrem PC aus zum Server, um das Upload-Tempo zu ermitteln. Anschließend wird die Dauer in Millisekunden gemessen, die ein Datenpaket benötigt, um zum Test-Server hin und wieder zurück zu Ihrem PC transportiert zu werden. Diese Signallaufzeit ist für Online-Spieler von Bedeutung, bei denen Kommandos verzögerungsfrei übertragen werden müssen. Beim Surfen und beim Download hat ein Wert von bis zu 100 Millisekunden keine spürbaren Auswirkungen.
Wenn die zwischen dem Router und der Vermittlungsstelle ausgehandelte Geschwindigkeit stark von jener abweicht, die Sie mit Speed.io messen, kann das mehrere Ursachen haben. Möglicherweise ist Ihr WLAN zu langsam, Ihr PC zu alt oder Windows falsch konfiguriert (Tipp 11). Vielleicht ist die Vermittlungsstelle auch nicht schnell genug ans Internet angebunden.
3. Zu einem schnelleren DSL-Anbieter wechseln
Ob der Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter mehr Geschwindigkeit bringt, hängt vom Einzelfall ab. Speziell T-Home hat sehr konservative Grenzen, bis zu welcher Signalstärke man welche Bandbreite schaltet. Andere Provider sind da oft risikofreudiger. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar recht hoch, dass sich bei einem Wechsel von T-Home zu einem Konkurrenten die Bandbreite zumindest etwas erhöht – eine Garantie gibt es jedoch nicht. Optimistische Hotline-Aussagen wie „16.000 KBit/s sind überhaupt kein Problem“ sind mit Vorsicht zu genießen. Denn eine genaue Aussage lässt sich erst treffen, wenn die Umschaltung erfolgt ist und der Anbieter die Leitung selber durchmessen kann. In der Realität werden die vollen 16.000 KBit/s übrigens nur bei den wenigsten Anwendern erreicht.
4. Mit UMTS-USB-Stick High-Speed übers Handy-Netz surfen
Für Anwender, deren DSL-Anschluss weniger als 1 MB/s liefert, lohnt sich eventuell auch der Internet-Zugang übers Mobilfunknetz. UMTS beziehungsweise die Beschleunigungstechnik HSDPA liefert theoretisch 3,6 MBit/s – in einigen wenigen Gegenden sogar theoretisch 7,2 MBit/s. Theoretisch deswegen, weil in der Praxis die realen Datenraten je nach Auslastung bei circa 1 bis 2 MBit/s beziehungsweise 4 bis 5 MBit/s liegen. Die mit UMTS/HSDPA am besten ausgebauten Netze haben T-Mobile und Vodafone. O2 bemüht sich aufzuholen, E-Plus lässt das Thema langsam angehen. Die Netzbetreiber bieten zwar eigene Daten-Flatrates, günstiger sind aber Discounter, die zu Großhandelskonditionen einkaufen und die Rabatte an die Kunden weitergeben.
Eine Übersicht von UMTS-Flatrates finden Sie über pcwelt.de. Die dort dargestellte Tabelle enthält auch die wichtige Information, welches Discount-Angebot in welchem Netz betrieben wird. Auf der Homepage der Netzbetreiber erfahren Sie, ob Ihr Standort mit UMTS/HSDPA versorgt ist. Das nötige Modem in Form eines UMTS-USB-Sticks erhalten Sie je nach Vertrag gratis oder zu einem Preis zwischen 1 und 60 Euro. Die Daten-Flatrates – Kostenpunkt zwischen 20 und 45 Euro pro Monat – lassen sich allerdings nicht so ausschweifend nutzen wie DSL-Pauschaltarife. Aufgrund der beschränkten Kapazität beim Mobilfunk wird das Tempo nach einem bestimmten Datenvolumenverbrauch – meist 5 GB – auf Analogmodem-Niveau (56 KBit/s) gedrosselt. Mit Beginn des nächsten Abrechnungszeitraums wird die Bremse automatisch wieder gelöst. Anwender, die nur im Web herumsurfen, Mails verschicken sowie ab und zu mal ein Youtube-Video anschauen, dürften die Grenze von 5 GB pro Monat gar nicht erreichen. Für Download-Junkies sind die Tarife dagegen nicht geeignet.
5. Zu einer neueren DSL-Technik wechseln, die 50 MBit/s schafft
Bei DSL ist die maximal mögliche Bandbreite hauptsächlich von der Entfernung zur Vermittlungsstelle abhängig. Wenn selbst ein Anbieterwechsel (Tipp 3) keine höhere Geschwindigkeit bringt, bleibt als Hoffnungsschimmer noch der Wechsel zu einer anderen Technologie. Wenn Sie in einer Großstadt wohnen, ist vielleicht VDSL mit bis zu 50 MBit/s für Sie verfügbar. Die VDSL-Gegenstellen sind in den modernisierten Kabelverzweigungskästen am Straßenrand eingebaut, das Signal muss also nur eine kurze Distanz über die alten Kupferkabel zurücklegen – entsprechend hoch ist das Tempo.
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Hilfreiche Tools zum schnelleren Surfen
6. Mit 32 MBit/s schnell & günstig übers TV-Kabel online gehen
Über das TV-Kabel sind wesentlich höhere Datenraten selbst über große Entfernungen hinweg zu erzielen. So bietet Kabel Deutschland zum Beispiel eine Bandbreite von 32 MBit/s an, die in der Realität nicht ganz, aber annähernd erreicht wird. Ob Ihr Kabelanschluss Internet-tauglich ist, erfahren Sie entweder auf der Homepage Ihres Anbieters oder durch einen kurzen Anruf bei seiner Hotline.
7. Schnellerer Seitenaufbau durch moderneren Browser
Der Internet-Zugang kann noch so schnell sein: Wenn der Browser zu lange braucht, um den HTML-Quelltext zu interpretieren, um Javascripts auszuführen und die Seite aus ihren einzelnen Bestandteilen zusammenzusetzen, dann erscheinen die Inhalte nur langsam auf dem Bildschirm. Die Browser Internet Explorer und Firefox werden in dieser Hinsicht in jeder neuen Version optimiert. Sorgen Sie dafür, dass Sie die neuesten Browser-Updates haben. Wenn es ganz schnell gehen soll, probieren Sie Googles Chrome aus. Er schneidet in Tempotests mit Spitzenwerten ab. Chrome ist bei Datenschützern umstritten, da jede Installation eine Identifikationsnummer bekommt, die an Google übertragen wird. Die Freeware Kill-ID entfernt diese Nummer. Auch der Browser Safari von Apple ist in puncto Seitendarstellung sehr schnell – speziell in der neuesten Version.
8. Schneller surfen mit Diensten, die Daten komprimieren
Viele Surfer sind mit kleineren Bandbreiten als 1000 KBit/s unterwegs. Häufigster Grund: Der Anschluss ist zu weit von der nächsten Vermittlungsstelle entfernt – und folglich das Signal zu schwach. Wenn keine alternative Zugangstechnik verfügbar ist (Tipp 4 bis 6), können Sie das Surftempo erhöhen, indem Sie die Datenmenge reduzieren. Dazu benötigen Sie einen Dienst, der als Zwischenstation die aufgerufenen Websites anfordert und komprimiert an den Browser weiterleitet. Einen solchen Kompressions-Server betreibt zum Beispiel Opera Software. Die Firma hat eine Vorabversion ihres kostenlosen Browsers herausgebracht, die diese Technik unterstützt: Opera 10 Beta 1. Über ein kleines Icon in der linken unteren Fensterecke schalten Sie den „Turbo-Modus“ ein. Ist er aktiv, erscheint nach einigen aufgerufenen Seiten die Angabe der Kompressionsrate und der Beschleunigung.
Eine Alternative zu Opera mit Turbo-Modus ist Onspeed.com. Dieser Dienst funktioniert nach dem gleichen Prinzip und läuft mit jedem Browser. Allerdings kostet der Dienst 30 Euro pro Jahr. Auch das Safer Surf Speedpaket funktioniert auf diese Weise, kostet aber sogar 5,90 im Monat. Mit einer Einschränkung müssen Sie beim Surfen mit aktivierter Kompression jedoch leben: Die Qualität der in den Websites enthaltenen Bilder sinkt merklich.
9. Mehr Geschwindigkeit durch Ausfiltern von Werbung
Ergänzend zu Tipp 8 lässt sich das Surftempo bei langsamen DSL-Leitungen noch steigern, indem Sie einen Werbefilter einsetzen. Denn das Laden und Darstellen von Reklame erfordert ebenfalls Zeit. Besonders effektiv arbeitet die Erweiterung Adblock Plus für Firefox. Nach der Installation und dem obligatorischen Firefox-Neustart legen Sie fest, welche Filterliste „abonniert“ werden soll. In diesen Listen sind die Kriterien festgelegt, an denen die Erweiterung Werbung erkennt. Für Anwender in Deutschland eignet sich „Ares’ ABP Liste (Deutschland) + EasyList“. „Abonnieren“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Adblock alle paar Tage Updates der betreffenden Liste herunterlädt. Über das rote „ABP“-Icon neben dem Firefox-Suchfeld schalten Sie den Werbefilter ein und aus. Für den Internet Explorer gibt es mit der Erweiterung IE7Pro ebenfalls einen brauchbaren Reklame-Blocker. Zum Recherchezeitpunkt funktionierte die Erweiterung nur mit dem Internet Explorer 7 fehlerfrei, mit Version 8 gab es Probleme.
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Mehr Geschwindigkeit durch das optimieren von Windows
10. Schneller downloaden per Bittorrent
Über das Bittorrent-Verfahren lassen sich Dateien besonders schnell und effektiv herunterladen. Das Verfahren ist in die öffentliche Kritik geraten, weil es gerne von Internet-Piraten zur Verteilung von illegalen MP3s und Filmen benutzt wird. Aber immer mehr Software-Hersteller entdecken die Vorteile von Bittorrent: Sie müssen den Datenverkehr nicht komplett selbst schultern, da der Anwender bei jedem Download die Dateien – auch wenn sie erst teilweise übertragen sind – automatisch auch für andere Nutzer bereitstellt.
Dateien, die per Bittorrent verteilt werden, können Sie an der Endung „.torrent“ im Download-Link erkennen. Um diese Dateien herunterzuladen, benötigen Sie ein Tool wie µTorrent. Die Möglichkeit, die Datei-Endung .torrent mit dem Programm zu verknüpfen, finden Sie in dem Tool unter „Optionen, Einstellungen, Allgemein“.
11. Windows-Parameter optimieren
In Windows lassen sich für jede Netzwerkkarte die Parameter für das TCP/IP-Protokoll getrennt einstellen. Dieses Protokoll ist für die Übertragung der meisten Internet-Datenpakete zuständig. Ein Fein-Tuning der Parameter hat allerdings meist nur dann spürbare Auswirkungen, wenn die Werte fehlerhaft eigestellt wurden. Um sie zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern, benutzen Sie die Freeware I-Net Doc. Das Tool ermittelt per Klick auf „Start“ die optimalen Werte für die Netzwerkkarte, die unter „Aktive Netzwerkadapter“ ausgewählt ist. Wenn Sie den oberen der beiden „Werte speichern“-Buttons anklicken, werden die neuen Parameter in die Windows-Registry geschrieben.
12. Daten über Stromleitung übertragen
Im Kasten auf dieser Seite geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ihr Funknetzwerk tunen. Geht es darum, ein oder zwei PC ans Internet anzubinden, die weit entfernt vom Router stehen, ist die Datenübertragung per Stromnetz eine sinnvolle Alternative. Im Handel gibt es dafür unter den Namen „Powerline“, „Homeplug“ oder ähnlich entsprechende Geräte. So stecken Sie etwa einen der Powerline-Adapter in der Nähe des Routers in die Steckdose, einen zweiten in der Nähe des PCs. Die Verbindung zwischen dem Powerline-Adapter und dem Router sowie dem zweiten Powerline-Adapter und dem PC stellen Sie jeweils durch ein Netzwerkkabel her. Möchten Sie im gleichen Raum einen weiteren PC ans Netz bringen, benutzen Sie einen Switch. Steht der zweite PC in einem anderen Zimmer, benötigen Sie einen weiteren Powerline-Adapter vom gleichen Hersteller.


